| Bochumer Hilfsprojekt gibt Menschen Hoffnung / Stadtspiegel Bochum |
| Geschrieben von: Stadtspiegel Bochum |
| Sonntag, den 19. Januar 2003 um 16:00 Uhr |
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Erschöpft aber glücklich kehrten jetzt die Aktivisten der Bochumer Initiative "Kindergarten Linden in Gambia" aus Afrika zurück. Dank der tollen Unterstützung aus Bochum hat sich das Projekt prächtig entwickelt. Schulgebäude, Solaranlage, Ambulanz, Lager und Lehrküche sind bereits fertiggestellt. Das Staffhouse - hier können Helfer und Mitarbeiter übernachten - steht kurz vor der Vollendung. Innerhalb von nur drei Jahren hat sich das Bild des Dorfes Jabang Village in Gambia / Westafrika gewaltig verändert. Unter der Leitung von Gaby und Ernst Feller, den "guten Seelen" des Vereins, besuchte eine Gruppe engagierter Bochumer jetzt ihr Hilfsprojekt in Afrika. Die Bochumer Fotografin Anja Micke, die die Bochumer Reisegesellschaft nach Jabang Village in Gambia begleitete, war überwältigt von dem, was sie gesehen hat. "Besonders beeindruckt haben mich die Gegensätze dieses Landes. Auf der einen Seite ist das Land touristisch voll erschlossen, auf der anderen Seite gibt es aber auch die allgegenwärtige Armut. Trotz der existenziellen Not verfügen die Menschen über eine unglaubliche Herzlichkeit und Spontaneität. Als ich zum ersten Mal mit einem Blitz fotografiert habe, jubelten die Kinder bei jedem Aufflackem auf ", erinnert sie sich. In einer Gegend, in der man selten Weiße zu sehen bekommt, kann es aber auch noch zu Begegnungen der ungewöhnlichen Art kommen. "Viele Kinder drücken einem den Arm und wundem sich darüber, wie man mit einer solchen Hautfarbe überleben kann", lacht die Bochumerin. Den mittlerweile 150 Kindern im Kindergarten Linden wird die Chance gegeben, durch den Besuch der Einrichtung Kenntnisse in der Amtssprache Englisch und in vielen anderen Bereiche zu erlangen. Im Umfeld des Kindergartens sind Arbeitsplätze entstanden, was in Anbetracht einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von rund 90 Prozent ein toller Erfolg ist. Was die Initiative "Kindergarten Linden in Gambia e.V." für die Menschen bedeutet, wurde während eines großen Festes zum Abschied deutlich. Mit Begeisterung führten die Kinder kleine Theaterstücke auf, bei denen allen Besuchern aus Europa warm ums Herz wurde. Die Mitreisenden merkten spätestens jetzt: Die Arbeit hat sich gelohnt. "Was gibt es schöneres, als 150 Augenpaare strahlender Kinder", so Ralf Dippel. Der Vorsitzende des Projektes betont bei dieser Gelegenheit noch einmal, dass der Kindergarten sich ausschließlich durch Patenschaften und Spenden finanziert. In keiner Weise wurden öffentliche Mittel dafür eingesetzt. Trotzdem: "Ich war nach einem Jahr nun wieder vor Ort. Was hier in der kurzen Zeit entstanden ist, geht mir wirklich unter die Haut". Dass die Gebäude bereits nach so kurzer Zeit genutzt werden konnten, erstaunt ebenfalls. In Gambia ticken die Uhren gemeinhin etwas langsamer. Nun wird schon gemunkelt, dass Menschen aus dem ganzen Land nach Jabang ziehen, damit ihre Kinder den dortigen Kindergarten besuchen können. Immerhin ist das Angebot landesweit nahezu einzigartig und bietet dort eine der wenigen Chancen, eine gute Ausbildung zu erhalten. -- Büt |